Rückblick eCommerce Forum 2026

Das war das ECFF 2026

Das eCommerce Forum ging 2026 in die vierte Runde – und wir waren als Veranstalter und mit zwei eigenen Sessions mittendrin. Wir haben den Tag für alle zusammengefasst, die nicht dabei sein konnten.

Der Aftermovie zum ECFF 2026 – der ganze Tag in bewegten Bildern:

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Weitere Informationen

Das ECFF ist in erster Linie ein Tag zum Netzwerken und für den fachlichen Austausch. Bevor es um unsere beiden Vorträge geht, fassen wir zusammen, wie der Tag 2026 ablief und wie er bei den Gästen ankam.

Save the Date: eCommerce Forum 23. April 2027

Das 4. eCommerce Forum in Nürnberg

Am 24. April 2026 rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im netlogix Eventspace in Nürnberg – Shopbetreiber, Agenturen, Freelancer und Dienstleister. Bei bestem Wetter erwartete sie ein Programm rund um E-Commerce, KI, ERP, SEO und Digitalisierung, verteilt auf die beiden Bühnen Hangar und Session Space. Ausgerichtet wird das Forum gemeinsam von uns und netlogix – zwei Nürnberger Agenturen mit jeweils über 20 Jahren Erfahrung. Drumherum gab es jede Menge gute Vorträge, viel Zeit zum Netzwerken in der Lounge und zum Abschluss ein BBQ mit Drei im Weggla und fränkischem Bier.

Stimmen vom Event

Dass der Tag nicht nur inhaltlich überzeugte, zeigte das Feedback der Gäste. Loberon-Gründer und ECFF-Speaker Martin Gittel brachte es auf LinkedIn auf fränkische Art auf den Punkt:

“Tolle Stimmung, bekannte Gesichter, neue Begegnungen, spannender Austausch. Oder wie man in Franken sagt: basst scho 🤗”

Dass sich selbst die weite Anreise lohnte, machte das Feedback von 50NRTH auf LinkedIn deutlich:

“Produktiver Austausch, Kompetenz, Herzlichkeit und eine Menge neuer Doings auf der To-Do-Liste – das Event war auf allen Ebenen ein voller Erfolg. Knapp 400 km für eine Strecke haben sich mehr als gelohnt.”

Und Benedikt Scheffer fasste die größte Herausforderung des Tages auf LinkedIn mit einem Augenzwinkern zusammen:

“Heute war das eCommerce Forum Franken. Bei dem Wetter war der Weg zurück in den Vortragsraum ehrlich gesagt der schwierigste Agenda-Punkt des Tages, auch wenn die Vorträge wirklich super waren.”

Vortrag von Stefan: Wie KI unseren Agenturalltag auf den Kopf stellt

Stefan (SPR) sprach im Hangar über KI im Agenturalltag – ganz ohne Hype. Statt großer Versprechen gab es einen ehrlichen Werkstattbericht: Was kann KI in unserer Agentur wirklich, was nicht, und was haben vier Jahre Ausprobieren gebracht?

Vier Jahre Experimentieren: Spielkinder mit System

Sein Grundgedanke: KI ist nicht deterministisch. Niemand weiß vorab, was schon funktioniert und was nicht – also bleibt nur eins: ausprobieren, scheitern, daraus lernen und weitermachen. Stichwort “jagged frontier”: Das eine klappt sensationell gut, das andere überhaupt nicht. Und genau da setzte der Vortrag an. Auf der einen Seite die 10x- und 30x-Versprechen aus Zeitungsinterviews und Kunden, die “am Wochenende mal eben was gebaut” haben und Magie erwarten. Auf der anderen die nüchterne Frage: Was davon trägt eigentlich im echten Agenturalltag?

Die Antwort suchten wir in Stufen. 2022 waren es kleine Helfer-Skripte, 2023 erste kleinere Projekte, 2024 dann ein ganzer Strauß interner Tools – bis hin zu einer eigenen macOS-App fürs Team, mit Kalender, Wiki und Zeiterfassung. Sie funktionierte gut, weil sie nur intern bei rund zehn Leuten lief: die nächste Stufe von “works on my machine”, ganz ohne den Aufwand, etwas wirklich produktionsreif zu machen.

Der nächste Schritt geriet bewusst größer – und dann zu groß: Das interne ERP “Proud Central” fiel dem klassischen Scope Creep zum Opfer und ging trotz rund 80 investierter Stunden nie live. Bis heute ein liebevoller Running Gag im Team. Aber genau das war das entscheidende Learning: Wer am Anfang die Vision nicht sauber durchdenkt, dem hilft auch keine noch so große Menge an Tokens. Garbage in, garbage out.

Dass es auch anders geht, zeigen die Side-Projekte, die seit Ende 2025 tatsächlich produktiv gegangen sind: das Reiseplanungs-Tool sit.travel, die Sprachlern-App hablio und die Feature-Creep-Königin Radio Ad Free – alle kostenlos, teils im App Store. Die Erkenntnis daraus: Mit einem erfahrenen Entwickler, echtem Eigeninteresse und vielen Abendstunden wird Software heute tatsächlich produktionsreif.

Vom Harness “Etzala” zum echten Kundennutzen

Möglich macht das nicht das Modell allein, sondern das Drumherum: ein “Harness” mit Quality Gates. Unser eigenes hört auf den Namen Etzala und funktioniert wie eine Kanban-Strecke – KI-Agenten ziehen Karten von der Spezifikation über User Stories und Code-Review bis zur Abnahme, mit Maker-Checker-Loops und dem Menschen als “Human in the Loop” an den richtigen Stellen. Ein Brainstorming-Schritt dreht den Spieß sogar um und zwingt den Menschen zum Nachdenken: Aus einem unterspezifizierten Ticket fragt das System gezielt nach Edge Cases, Nutzerzahlen und Abhängigkeiten – und hebt so die Qualität spürbar.

Wie nah das schon am Kundengeschäft ist, zeigte ein Live-Showcase aus einem aktuellen Kundenprojekt: Ein beliebiger Shop wird gecrawlt, und die KI prüft die Produktdaten auf Herz und Nieren – Rechtschreibung, Qualitätskriterien und vor allem rechtliche Pflichtangaben wie WEEE-Registrierungsnummer, Grundpreisangaben oder EU-Greenwashing-Vorgaben. Rund 30 Prüfzyklen laufen pro Artikel, am Ende weiß der Händler genau, wo Nachpflegebedarf besteht. Genau diese monotone Fleißarbeit kann KI abnehmen.

So weit, so gut – doch SPR blieb ehrlich. KI ist stark, wenn es heißt “schreib irgendeinen Code”, schon schwieriger bei “schreib richtig guten Code”, und end-to-end fehlt noch viel: Spezifikation und Tests sind unterentwickelt, und KI funktioniert nur dort zuverlässig, wo Informationen digital lesbar vorliegen. Dazu kommt der Model Drift – derselbe Prompt, der gestern lief, kann heute scheitern. Im Februar kam das Team in Teneriffa bestens voran, im März wurde “nur noch geflucht”, weil die Modelle sich gefühlt deutlich dümmer anfühlten. Und auch der Preis ist eine Wette: Die heutigen 200-Euro-Flatrates sind attraktiv, über die API wäre dieselbe Nutzung schnell ein Vielfaches teurer. Das Fazit fiel trotzdem klar aus: heute experimentieren, um morgen für Kunden bereit zu sein.

Vortrag von Tobias: Automatische Auftragsfreigabe & InvoiceSensei

Im Session Space zeigte Tobias, wie aus ganz alltäglichen Problemen handfeste Lösungen werden. Seine Session bündelte gleich zwei Themen: einen automatisierten ERP-Prozess und ein KI-Tool für die Buchhaltung – beide entstanden aus echtem Bedarf.

Automatische Auftragsfreigabe im ERP

Im ersten Teil ging es um die automatische Auftragsfreigabe im ERP. Das Problem kennt jeder Shopbetreiber: Die Sachbearbeitung sichtet jeden Auftrag einzeln und prüft immer dieselben Kriterien – wichtig, aber monoton und fehleranfällig. Warum also nicht automatisieren? Weil ein falsch freigegebener Auftrag Geld, Zeit und Kundenvertrauen kostet.

Die Lösung folgt drei Prinzipien: ein konservativer Start mit den einfachsten Fällen (bezahlte Einzelartikel-Bestellungen, Inland), eine Positivliste statt Negativliste – es wird nur freigegeben, was explizit erlaubt ist – und klare Notaus-Schalter pro Auftrag und pro Produkt. Die Sachbearbeitung behält jederzeit die Kontrolle. Geprüft wird entlang wirtschaftlicher, logistischer, produktspezifischer und datenbezogener Ausschlusskriterien. Das Ergebnis: Rund 50 Prozent aller Aufträge werden inzwischen automatisch freigegeben – mit bis zu fünf Minuten Zeitersparnis pro Auftrag. Wichtigstes Learning: Der jeweilige Fachbereich ist der beste Prozessdesigner und -tester.

InvoiceSensei: vom Holiwork-Prototyp zum Tool

Teil zwei stellte InvoiceSensei vor – entstanden aus eigenem Bedarf während eines Holiworks auf Teneriffa, als in der Buchhaltung PDF-Rechnungen, Screenshots und Foto-Belege wild im selben Ordner landeten. Heute ist daraus ein vollwertiges Tool geworden: KI-gestützte Rechnungsextraktion mit über 25 erkannten Feldern, 15 Validatoren samt vierstufigem Ampel-Feedback, vier wählbare KI-Provider (darunter Mistral für EU-DSGVO und Ollama lokal), Privacy by Default, Batch-Verarbeitung mit Duplikat-Erkennung, DATEV-Export und eine REST-API mit Webhooks. Aus dem internen Prototyp wurde so ein fertiges Produkt, das echte Fleißarbeit abnimmt.

Schaut mal rein: https://invoicesensei.com

Fazit

So unterschiedlich die beiden Sessions waren – am Ende lief es auf denselben Punkt hinaus: KI nimmt jede Menge Arbeit ab, aber nur mit klaren Prozessen, sauberer Kontrolle und Leuten, die wissen, was sie tun. Kein Hype, dafür ein ehrlicher Blick auf das, was heute wirklich geht. Genau dafür ist das ECFF da.

Wir sagen Danke an alle, die dabei waren – und freuen uns schon jetzt aufs 5. eCommerce Forum am 23. April 2027. Save the date!

Event-Website: https://ecff.rocks

Sie erreichen uns unter:

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